reflections

Hallo alle zusammen und noch einmal willkommen in meinem gar nicht langweiligem Leben.

 

Vielleicht wollt ihr zuerst einmal wissen, mit wem ihr es zu tun habt. Nun ja, mein Name ist  Beatrice, ich lebe zur Zeit im schnöden Städtchen Saarbrücken, bin 28 Jahre jung und zur Zeit in einer Umbruchs-, Veränderungsphase. Von Beruf bin ich Kauffrau für Bürokommunikation und bin froh, diesen Beruf endlich in absehbarer Zeit für immer los zu sein - vorausgesetzt meine Pläne gehen auf. Ich hasse diesen Beruf wirklich unsagbar sehr. Er ödet mich an. Und: ich habe echt keine Lust mehr meine Zeit bei Zeitarbeitsfirmen in Callcentren mit irgendwelche sinnlosen Gespräche vergeuden zu müssen, um dann in kürzester Zeit doch wieder arbeitssuchend zu sein. Ich finde fast nichts schlimmer, als tagtäglich 9 Stunden oder sogar länger auf meinem Hintern sitzen zu müssen. Ich werde nie verstehen können, dass es Leute gibt, die froh sind sich sogar in der Mittagspause nicht von ihrem Stuhl trennen zu müssen, für die der Weg zur Kantine einem Sportprogramm gleichkommt...

Ich bin mal wieder auf Arbeitssuche und beziehe notgedrungen  Hartz IV, was natürlich vorne und hinten nicht reicht. Hätte ich nicht meine Lebenspartnerin, die mir finanziell unter die Arme greift, wäre ich wahrscheinlich schon lange am Ende. Ich bin ihr dafür sehr dankbar, jedoch nicht glücklich. Ich möchte lieber auf eigenen Beinen stehen können, als ihr auf der Tasche zu liegen. Ist einfach kein tolles Gefühl und sie belastet es mittlerweile auch, seitdem alles noch teurer geworden ist. Deshalb möchte ich es mit einem Berufswechsel probieren, es ganz anders machen. Also hab ich mich kundig gemacht, welche Türen mir noch in meinem Alter offen stehen und welche Interessen ich so habe, und wie ich diese mit einem Beruf vereinbaren kann. Heraus kam, dass meine Neigungen eindeutig im sozialen, gesundheitlichen Bereich liegen. Für eine Umschulung war die ARGE nicht zu haben. Diese Tür war also schon mal nicht auf. Also musste ich weiter gucken. Nun, ich habe mich für den Studienweg entschieden. In einem Jahr das Fachabi und anschließend auf die Uni bzw. auf eine Fachhochschule.  Da sind nur 2 Probleme.  

1. Mein leiblicher Vater (ein Alkoholiker...), der an das Bafög-Amt keine Verdienstbescheinigung schickt. Konzequenz daraus: Ich krieg, wenn ich die FOS 12 jetzt im August beginne, statt den Vollbetrag von 590,- EUR nur eine Abschlagszahlung von höchstens 370,- EUR! Und das erst einmal für 4 Monate. Danach werde ich höchst wahrscheinlich den vollen Bafögbetrag beziehen können. Aber erst dann. Und so jemand benennt sich selbst als einen liebenden "Papa"...

2. Einen 400,- EUR Job in den nächsten Tagen zu finden, damit ich im August auch meine Rechnungen und die Schulbücher im August zahlen kann. Ohne so einen Job ist mein Projekt zum scheitern verurteilt. Und dabei habe ich doch so viele Pläne in meinem Leben. Zm Beispiel möchte ich mit meinem neuen Job ins Ausland, nie wieder ARGE, nie wieder abhängig. Die ARGE war sowieso nicht besonders von meinen Plänen begeistert. Statt mir zu helfen, haben sie mir Steine in den Weg gelegt. ich kann nun mal nicht in Vollzeit arbeiten, wenn ich die Schule besuche, aber für die ARGE war das nicht relevant. Man sollte eigentlich meinen, dass diese Institution alles macht, um für die Empfänger nicht mehr aufkommen zu müssen, doch in meinem Fall ist das irgendwie umgekehrt. Lieber verwalten sie Fälle. Und Personen wie mich, die etwas aus ihrem Leben machen möchten, legen sie noch Steinfelsen in den Weg. Was ist das denn für ein Leben!? Für mich ist das kein Leben mehr. Ich werde dieses Jahr 29 J.. Wenn ich studieren und finanziell gefördert werden will, muss ich das noch vor dem 30. Lebensjahr machen. Wenn ich erst einmal 30 bin, ist der Zug abgefahren. Dann ist es zu spät und ich kann mit meinem Leben einpacken. Keine Kinder, kein Ausland, keine Selbständigkeit, keine Zukunkft. So sehe ich das.

 Und das nur, weil gewisse Damen und Herren ihren Arsch nicht hoch kriegen. Ich MUSS also einen Job finden, und suchen tu ich schon seit ca. 1 1/2 Monaten. Und ich habe Angst, Angst, dass ich keinen Job finden werde und die Rechnungen nicht zahlen kann, Angst, dass ich auch im August wieder "Kunde" bei der ach so tollen ARGE bin. ...

 

Ach ja, das Leben bleibt spannend. Aber aufgeben kommt für mich nicht in Frage. Schließlich möchte ich nicht das Leben meiner leiblichen Eltern führen. Meine Mutter lebt auch von Hartz IV und ist einem Pflegeheim untergebracht, weil sie psychisch krank ist (wegen früheren Drogenkonsum)...Gott sei dank bin ich nicht psychisch krank. Was ich meine ist das Finanzielle. Das Leben ist so vielfältig und hat an sich echt viel zu bieten und deshalb möchte ich es nutzen. Und das geht nunmal leider nicht ganz ohne Geld. Von irgend etwas muss ich schließlich auch leben. Ich meine, meine Eltern hätten beide die Chance gehabt ihr Leben positiv zu leben und haben diese Chance dennoch nicht genutzt.

Ich will nicht, dass es mir genau so oder so ähnlich ergeht....

 

 

14.7.08 04:52

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